Sendung vom 10.1.2012 - On Demand

Europa – Too Big To Fail?

Nationalstaaten, Kolonialismus, Aufklärung, Kapitalismus und die Etablierung der klassischen Wissenschaften sind einige der Grundsäulen, die den Kontinent zu dem formten, was in den Geschichtsbüchern unter Europa verstanden wird.
Die Idee eines gemeinsamen Europa basierend auf den Prinzipien des freien Marktes kam durch die Wirtschaftskrise gehörig unter Druck. Um die einzige reale Gemeinsamkeit Europas, die einheitliche Währung stabil zu halten, werden Geldinstute gerettet, Sozialleistungen abgebaut und Staaten mit verschärftem Wettkampf konfrontiert.
War der “europäische Gedanke” der wirtschaftlichen Verflechtung der Angst vor erneuter Dominanz einer einzigen politischen und wirtschaftlichen Hegemonialmacht verpflichtet – und war deshalb eine kollektive europäische Identität von vornherein zum Scheitern verurteilt? Ist die Entstehung einer einheitlichen europäischen Nation, die sich nach außen abschottet und nach ihnen homogen organisiert die Zukunft des Kontinents? Wie groß ist die Gefahr eines wiedererstarkenden Nationalismus und wieso ist es für die Europäer so schwer, an gemeinsame Vereinigte Staaten zu denken?

Darüber diskutierten im Adria am Donaukanal Johannes Voggenhuber, ehem. Mitglied des Verfassungskonvent über eine Europäische Verfassung; Susanne Zöhrer, Sozialwissenschafterin und Bloggerin; Ronald Pohoryles, Institutsvorstand am Interdisziplinären Forschungszentrum für Sozialwissenschaften und Europasprecher des LIF und Werner Reisinger Zeithistoriker und Blogger auf nonapartofthegame.eu. Durch die Sendung führte Karl Schönswetter.

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