Ernüchterung prägte die politische Atmosphäre der letzten Jahre. Die großen Versprechen der westlichen Demokratien – Wohlstand und Teilhabe für alle – erscheinen immer mehr Menschen hohl und uneinlösbar. Die zunehmende Verdrossenheit wird von einem Theorievakuum begleitet: Etwas läuft schief, aber kaum jemand kann pointiert benennen, was genau. Schließlich machte der britische Soziologe und Politikwissenschaftler Colin Crouch mit seinem 2004 erschienenen Buch “Postdemokratie” jenen Begriff populär, unter dem die westliche Demokratiekrise nun oft zusammengefasst wird. Lobbyismus statt Partizipation, PR statt Diskurs, Privatisierung statt Gemeinwohl – daran krankt nach Crouch das repräsentative System. Wer dieser Diagnose auf den Grund gehen will, muss sich die Symptomträger ansehen – die Parteien. Wie finanzieren sich Parteien? Wer bestimmt ihre Inhalte und wie werden diese vermittelt? Haben Parteien und PolitikerInnen den Bezug zum eigentlichen Souverän, den WählerInnen, verloren? Welche Konsequenzen ziehen die BürgerInnen? Wie könnte sich die Rolle der Parteien in Zukunft verändern?
In der ersten von zwei Supertaalk-Ausgaben zum Thema Postdemokratie diskutierten dazu am Dienstag, dem 8. November: Der Parteienforscher Hubert Sickinger, die Nationalratsabgeordnete Elisabeth Hakel, der Journalist & Reporter Martin Thür, die Kommunikationswissenschafterin Brigitte Huber sowie der Blogger und angehende Philosoph Christoph Hubatschke. Moderiert hat Werner Reisinger.
Das Interview mit Colin Crouch gibt es auch in der Video-Vollversion und in einer transkribierten Version.
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