Arundhati Roy

Im Zuge der Recherche für den kommenden Supertaalk bin ich auf zwei lesenswerte Interviews mit der indischen Schriftstellerin Arundhati Roy gestoßen. Sie hebt die Diskussion über den Lebensstil der ‘Ersten Welt’ auf eine wesentlich andere Ebene v.a. weil sie die Situation ‘von außen’ sehr genau beobachtet:
“Wir brauchen neue Vorstellungskraft, eine neue Definition von der Bedeutung des Fortschritts, eine neue Definition von Freiheit, Gleichheit, Zivilisation und Glück auf Erden. Die Zeit des uneingeschränkten Individualismus ist vorbei. Dabei plädiere ich gar nicht für eine moralische Erneuerung oder appelliere an die gute Seite des Menschen. Ich sage nur: So wie die Dinge aussehen, wird etwas geschehen. Europa ist nur der Anfang.” (via ZEIT)
In dem zweiten Interview geht Arundhati Roy noch genauer auf die Kritik des westlichen Lebensstils ein:
“Und diese mündigen Demokraten wollen alle BMW fahren und Mangos aus Indien, Lammfleisch aus Australien und Kiwis aus Brasilien essen. Okay. (heftig) Ich bin nicht daran interessiert, diesen intelligenten Europäern zu erklären, was ihre wirklichen Bedürfnisse sind. Was ich mache, ist, meinen Leuten hier beizustehen und zu sagen, wir lassen uns nicht für eure Bedürfnisse aus unseren Häusern, von unserem Land vertreiben. Es ist mir egal, ob in Europa jede Familie zwei Autos braucht. Es nutzt nichts, wenn ich sage, dass sie die nicht braucht. Mich beschäftigen die Menschen, die darum kämpfen, eine Mahlzeit am Tag zu haben. ZEIT: Sie wollen den Westen nicht bekehren? Roy: Schon lange nicht mehr. Das Moralisieren ist sinnlos. Wozu soll ich die Leute davon überzeugen, nicht zu shoppen? Die westliche Welt wird sich doch erst verändern, wenn diejenigen, die mit dem Rücken zur Wand stehen, diese Veränderung erzwingen.” (via ZEIT)

Tags: , , , , ,

Newsletter

Subscribe to our e-mail newsletter to receive updates.