Sendung vom 10.1.2012 - On Demand

Ich kaufe, also bin ich

Das Weihnachtsfest ist Jahr für Jahr ein verlässlicher Garant für den Umsatz des Handels und damit auch für unsere Konjunktur. Doch die Individuen westlicher Gesellschaften definieren sich zunehmend über ihren Konsum. Früher bestimmte die Seltenheit der Produkte ihren Wert, heute sind alle erdenklichen Güter immer und überall verfügbar. Das Konsumieren hat sich vom Erstehen der Güter des täglichen Bedarfs und seltener Luxusgüter hin zum wahnhaften Einkaufsrausch entwickelt. Längst wird durch den Kauf von Produkten nicht nur die Ware selbst gekauft – das Flanieren entlang der Einkaufstraßen und das symbolhafte Prestige der Markenartikel sind zum Ausdruck des westlich geprägten Lebensstils geworden. Und die ständige Verfügbarkeit aller Güter bringt Gefahren und ökologische und soziale Konsequenzen vor allem für die Länder der südlichen Peripherien, die wir die “3. Welt” nennen. Wie notwendig ist der Konsum für Wirtschaft und vor allem Gesellschaft? Wann endet “normaler” Konsum – und wann beginnt der Konsumismus? Wie können wir unser Konsumverhalten ändern?

Zu diesen Fragen diskutierten im 10. Supertaalk am 10. 1. ab 20:15 Uhr, bei Maria Sulzer u.a. der Philosoph Alfred Pfabigan, Christina Holweg, Ass. Professorin vom Institut für Handel & Marketing der WU-Wien sowie Christian Felber, Autor des Buches “Die Gemeinwohl-Ökonomie”.

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Das Schweigen der Bürger – von der Ohnmacht zur Initiative?

Der zweite Teil unserer Postdemokratie-Betrachtung widmet sich den wichtigsten Akteuren der Demokratie selbst: den BürgerInnen. Stimmt es wirklich, dass unsere Demokratie durch einen passiven, unpolitischen Demos gefährdet ist, den Skandale zwar aufregen, aber nicht dazu animieren, an Wahlsonntagen Konsequenzen zu ziehen? Oder haben wir es nicht vielmehr mit einer aufgeregten Polarisierung zu tun, mit einer selbstbewussten Emanzipation von Partikularinteressen, die im Feuilleton das “Wutbürgertum” getauft worden ist? Welche Ansätze gibt es, politische Interessen selbst in die Hand zu nehmen?

Wolfgang Bauer von der Bürgerinitiative “Verwaltungsreform Jetzt”
Sigrid Maurer, ehemalige ÖH Vorsitzenden & ehemalige “Extremistin”
Univ.-Prof. Dr. Wolfram Schaffar vom Institut für Internationale Entwicklung
Markus Stoff, ehemaliger PPÖ-Vorstand & Liquid Democracy-Experte
Herbert Bork von der Agenda21
Jutta Matysek, Obfrau der Bürgerinitiative “Rettet die Lobau – Natur statt Beton”

Moderation: Karl Schönswetter

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Zukunft des Online-Journalismus

Anlässlich der Preisverleihung des New Media Journalism Awards wurde die Zukunft des Online-Journalismus diskutiert. Am Podium vertreten waren ÖJC Präsident Fred Turnheim; die Leiterin von derStandard.at und Medienmanagerin des Jahres, Gerlinde Hinterleitner; Falter-Journalistin Ingrid Brodnig und Markus Kienast vonichmachpolitik.at sowie Supertaalk. Moderiert hat Dieter Ziernig von neuwal.com.

Eine Nachlese der Diskussion gibt es auf neuwal.com und auf derStandard.at. Der Österreichischen Journalisten Club hat dazu eine Presseaussendung verschickt.

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Parlament vs. PR: Parteien in der Krise?

Ernüchterung prägte die politische Atmosphäre der letzten Jahre. Die großen Versprechen der westlichen Demokratien – Wohlstand und Teilhabe für alle – erscheinen immer mehr Menschen hohl und uneinlösbar. Die zunehmende Verdrossenheit wird von einem Theorievakuum begleitet: Etwas läuft schief, aber kaum jemand kann pointiert benennen, was genau. Schließlich machte der britische Soziologe und Politikwissenschaftler Colin Crouch mit seinem 2004 erschienenen Buch “Postdemokratie” jenen Begriff populär, unter dem die westliche Demokratiekrise nun oft  zusammengefasst wird. Lobbyismus statt Partizipation, PR statt Diskurs, Privatisierung statt Gemeinwohl – daran krankt nach Crouch das repräsentative System. Wer dieser Diagnose auf den Grund gehen will, muss sich die Symptomträger ansehen – die Parteien. Wie finanzieren sich Parteien? Wer bestimmt ihre Inhalte und wie werden diese vermittelt? Haben Parteien und PolitikerInnen den Bezug zum eigentlichen Souverän, den WählerInnen, verloren? Welche Konsequenzen ziehen die BürgerInnen? Wie könnte sich die Rolle der Parteien in Zukunft verändern?

In der ersten von zwei Supertaalk-Ausgaben zum Thema Postdemokratie diskutierten dazu am Dienstag, dem 8. November: Der Parteienforscher Hubert Sickinger, die Nationalratsabgeordnete Elisabeth Hakel, der Journalist & Reporter Martin Thür, die Kommunikationswissenschafterin Brigitte Huber sowie der Blogger und angehende Philosoph Christoph Hubatschke. Moderiert hat Werner Reisinger.

Das Interview mit Colin Crouch gibt es auch in der Video-Vollversion und in einer transkribierten Version.

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Europa – Too Big To Fail?

Nationalstaaten, Kolonialismus, Aufklärung, Kapitalismus und die Etablierung der klassischen Wissenschaften sind einige der Grundsäulen, die den Kontinent zu dem formten, was in den Geschichtsbüchern unter Europa verstanden wird.
Die Idee eines gemeinsamen Europa basierend auf den Prinzipien des freien Marktes kam durch die Wirtschaftskrise gehörig unter Druck. Um die einzige reale Gemeinsamkeit Europas, die einheitliche Währung stabil zu halten, werden Geldinstute gerettet, Sozialleistungen abgebaut und Staaten mit verschärftem Wettkampf konfrontiert.
War der “europäische Gedanke” der wirtschaftlichen Verflechtung der Angst vor erneuter Dominanz einer einzigen politischen und wirtschaftlichen Hegemonialmacht verpflichtet – und war deshalb eine kollektive europäische Identität von vornherein zum Scheitern verurteilt? Ist die Entstehung einer einheitlichen europäischen Nation, die sich nach außen abschottet und nach ihnen homogen organisiert die Zukunft des Kontinents? Wie groß ist die Gefahr eines wiedererstarkenden Nationalismus und wieso ist es für die Europäer so schwer, an gemeinsame Vereinigte Staaten zu denken?

Darüber diskutierten im Adria am Donaukanal Johannes Voggenhuber, ehem. Mitglied des Verfassungskonvent über eine Europäische Verfassung; Susanne Zöhrer, Sozialwissenschafterin und Bloggerin; Ronald Pohoryles, Institutsvorstand am Interdisziplinären Forschungszentrum für Sozialwissenschaften und Europasprecher des LIF und Werner Reisinger Zeithistoriker und Blogger auf nonapartofthegame.eu. Durch die Sendung führte Karl Schönswetter.

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Glaube, Kirche, Staat – Welche Rolle spielt die Religion?

Der Einfluss der katholischen Kirche in Politik und Klassenzimmer, der Islam zwischen verschleiertem Extremismus und Säkularisierung oder die Forderung nach bedingungslosem Laizismus – Religion scheint in gesellschaftspolitischen Debatten eine wichtige Rolle zu spielen. Ist das nur das Erbe unserer mittelalterlichen Vergangenheit oder ist eine areligiöse Gesellschaft schlicht unmöglich? Inwiefern schließen sich Glauben und Wissen aus? Ist der Glaube reine Privatsache oder eine öffentliche Angelegenheit? Im Supertaalk #6 versuchen wir, das Verhältnis zwischen Mensch und Gott sowie zwischen Kirche und Staat zu beleuchten.

Es diskutieren die Sprecherin der IGGIÖ Carla Amina Baghajati, der katholische Theologe Peter Zeillinger und der konfessionslose Physiker Heinz Oberhummer; Moderation: Markus Otti von nonapartofthegame.

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Wer Macht Medien?

Im fünften Suptertaalk diskutierten zum Them “Wer Macht Medien?” Ingrid Brodnig, Journalistin bei der Stadtzeitung FALTER, Judith Denkmayr von Digital Affairs, Fritz Hausjell, Univ.-Prof. für Medien- & Kommunikationsgeschichte, Kurt Kuch, Ressortleiter für Innenpolitik bei NEWS, Herby Loitsch von Radio Orange, Gerfried Sperl, ehem. Chefredakteur bei DER STANDARD und Walter Palmetshofer von Supertaalk. Karl Schönswetter von nonapartofthegame.eu führte durch die Sendung.

Außerdem gab es eine Telefonschaltung zu Marion Kraske, ehem. Österreich-Korrespondentin von SPIEGEL.

Zum Nachlesen und Mitdiskutieren: Liveblog von derstandard.at.

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Prekariat – Generation ohne Vertrag

“Die Jungen”, auch genannt “Generation Fucked” oder “Generation Prekär”, machen von sich reden. Nachdem sie allseits, in Feuilletons, Kommentaren aber auch von PolitikerInnen, als unpolitisch, phlegmatisch und Spaß-orientiert abqualifiziert wurden, ist spätestens nach dem Studierenden-Protestjahr 2009 klar: Nicht alle wollen ihre Situation widerstandslos hinnehmen. Dennoch: Viele, nicht nur der angehenden AkademikerInnen, die von “atypischen” Arbeitsverhältnissen besonders betroffen sind, schwanken zwischen Aufstand und Anpassung – “Wutgetränkte Apathie”, wie Michael Hirsch diesen Zustand nennt. Hinter dem Schlagwort „Flexibilisierung“ versteckt sich eine systematisch durchgesetzte Verunsicherung der Gesellschaft und der Arbeitswelt. Entsolidarisierung, Eigennutz und Hierarchiedenken sind die Folge. Nicht wenige haben auch das Gefühl, um ihre Partizipationsmöglichkeiten betrogen zu werden, fühlen sich ausgenutzt. Welche Perspektiven haben die jungen Generationen sozial, politisch und wirtschaftlich?

Darüber diskutierten im SUPERTAALK Florian Christof und Werner Reisinger von nonapartofthegame.eu mit Claudia Gamon, stellvertretende Bundesvorsitzende der “Jungen Liberalen”, Bernhard Heinzlmaier, Jugendkulturforscher und Michael Schmid, freier Journallist u.a. bei FM4 und Ö1, sowie Santa Precaria, Sozialwissenschafter.

>> Sidenote: Chatroom der parallel zur Sendung offen war.

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Wikileaks – Siegeszug der Transparenz?

Die Veröffentlichung von geheimen diplomatischen Schriftstücken durch Wikileaks sorgt für Verwirrung. Handelt es sich um den terroristischen Akt einer anarchistischen Organisation oder notwendige journalistische Aufklärungsarbeit? Was darf der Staat verheimlichen, wer kann oder soll garantieren, dass Informationsfreiheit nicht missbraucht wird? Welchen Platz nimmt Wikileaks im komplexen Zusammenspiel von Institutionen und Öffentlichkeit ein?

Im nächsten SUPERTAALK am 25.1. um 20:15 versuchen wir, das Problem zu beleuchten und in seiner ganzen Bandbreite nachzuzeichnen. Mit dabei sind Judith Denkmayr (digital affairs), Johannes Grenzfurthner (monochrom), Stefan Egger von neuwal.com sowie Markus Otti und Karl Schönswetter von nonapartofthegame.eu.

Während der Sendung gab es Zuspielungen von Georg Holzer, Jana Herwig, Max Kossatz und Fred Turnheim.

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Integration – ein Klärungsversuch

Quer durch alle Medien und politischen Lager herrscht Einigkeit: Die Integrationsdebatte muss endlich geführt werden. Kaum ein Thema wird emotionaler und häufiger diskutiert – aber wird miteinander oder übereinender geredet? Die Fronten sind verhärtetet. Manche fordern ein Ende der Debatte, manche ein Ende der Zuwanderung. Bedeutet “Integration” einen gemeinsamen Nenner zu suchen? Wenn ja, was soll darunter verstanden werden?

Im Supertaalk am Dienstag den 28.12. diskutierten Mirel Gümüsay (Kultur und Sportverein Mesopotamien Wien), Rebecca Harms, Christian Loibnegger (MA17 – Integration), Olivera Stajić (Leiterin von dastandard), Kenan Güngör ([difference:]) und Werner Reisinger von nonapartofthegame.eu.

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